Künstlerin des Monats: BETTA mit “Rupes Nigra”

CB: Liebe Betta, schön, dass Du Dich für ein Interview in unserem Webzine kunst-religion.de bereit erklärt hast. Könntest Du zunächst Dich und Deine künstlerische Arbeit kurz vorstellen?

Scores zur Erforschung des eigenen Körpers

BETTA: Ja gerne, danke für die Einladung. Ich freue mich sehr. Ich bin Betta und arbeite als Multimedia-Künstlerin an der Schnittstelle von Tanz, Körper visuellem Ausdruck und Poesie. Das klingt jetzt erstmal sehr weit gefasst, aber ich habe mich einfach über die Jahre in vielen verschiedenen Medien ausprobiert und bin immer wieder im Bereich Collage gelandet. Ich mag es einfach sehr unterschiedliche Dinge zu etwas Neuem zusammen zu setzen. Seit ich vor fünf Jahren intensiver angefangen habe zu tanzen ist mein Fokus immer stärker in Richtung Körper gewandert. Ich habe da eine neue Welt entdeckt und mich dann gefragt, wie dies in meine bisherige künstlerische Praxis einfließen kann. Dann bin ich ziemlich schnell bei einer Kombination aus automatischem Zeichnen und Schreiben mit Bewegung gelandet. Vor allem die Arbeit mit Scores aus der Tanzimprovisation hat mich dabei sehr inspiriert. Dazu verwende ich Scores – das sind Rahmenbedingungen im Tanz, innerhalb derer man improvisieren kann. Dieses Scores habe ich mit visuellen Techniken kombiniert.

CB: Die Scores bieten also die Rahmenbedingungen für Spiel und Improvisation, oder?

BETTA: Es geht vor allem darum, die Perspektive zu wechseln. Automatisches Schreiben und automatisches Zeichnen ist etwas, was ja eher aus dem Unterbewusstsein kommt, wo man den Impulsen folgt, die da sind, ohne zu bewerten und zu zensieren. Das ist schon ziemlich nah dran am Improvisieren und vor allem am Spielen, da man Vorstellungen von dem, was sonst möglich und erlaubt ist einfach loslassen darf. Ich persönlich finde es befreiend, ins Spielen zu kommen, weil das üblicherweise etwas ist, was Erwachsene in unserer Gesellschaft nicht mehr so viel dürfen oder einfach nicht mehr machen. Dabei liegt im Spiel wahnsinnig viel kreatives Potenzial und macht natürlich in erster Linie auch einfach Spaß. Interessant ist, dass es mir die Möglichkeit gibt mit Gewohnheiten zu brechen und Dinge ganz frisch zu betrachten.

CB: Und was hat es nun mit Deiner Arbeit „Rupes Nigra“ auf sich?

BETTA: Die Arbeit Rupes Nigra ist eigentlich genau das – eine Sammlung aus Scores ausgehend von genussvoller Bewegung, mit deren Hilfe man das eigene Empfinden, den Körper, innere Bilder und das Verhältnis zur Umwelt genauer erforschen kann. Es kommen dabei sehr unterschiedliche Methoden zum Einsatz – Bewegung, zeichnen, schreiben, imaginieren usw. Teil der Arbeit war für mich auch, mich mit dem politischen Potenzial dieses Tuns und dem des Genusses allgemein auseinander zu setzen, aber in ihrem Ergebnis ist die Publikation hoffentlich erst mal ein Anstoß, freudvoll die Perspektive auf den eigenen Körper zu erweitern und die Sinne zu öffnen.

Der Titel „Rupes Nigra“

CB: „Rupes Nigra“ ist ein Magnetberg am Nordpol. Wie bist Du auf diesen Titel gekommen?

BETTA: Der Titel ist erst ganz am Ende meines Arbeitsprozesses entstanden. Bei meinen Überlegungen und Recherchen dazu bin ich immer wieder auf verschiedene Geschichten gestoßen. Hinter dem Begriff „Rupes Nigra“ steckt die Erzählung von einer Phantominsel, also eine Insel, die es eigentlich gar nicht gibt, allerdings zeitweise in Karten verzeichnet wurde. Menschen, die früher zur See gefahren sind, dachten, es gäbe den Magnetberg „Rupes Nigra“ am Nordpol – eine Insel im Meer, welche die Kompasse beeinflusst und steuert. Dieses Bild und die Erzählungen rund um den Magnetberg haben mir sehr gut gefallen. In meiner Arbeit geht es ja auch um eine Reise, eine Suche danach was mich beflügelt, was mir gut tut und die Frage danach, woran wir uns im Leben orientieren können. Ich denke der Körper ist dabei ein möglicher Anker oder Wegweiser, denn er bildet eine Art Schnittstelle zwischen unserem inneren Erleben und äußeren Handeln. Eigentlich gibt er uns ein gutes Feedback zu dem was passiert, wenn wir es schaffen hinzuhören. Na ja, dieses Hinhören und Erforschen des eigenen Empfindens, egal ob jetzt rein physisch oder auch innerlich, enthält für mich eben auch eine magische oder phantastische Komponente. Dieser magische Teil unseres Seins ist vielleicht ähnlich, wie die Insel – einerseits an eine sehr konkrete physische Form gebunden, aber gleichzeitig auch irreal und nicht ganz greifbar, vielleicht sogar nur eine Vorstellung oder ein Bild. Darum geht es in meiner Arbeit auch darum das Erleben und Empfinden mit Hilfe von Bilder und Metaphern greifbar zu machen und in etwas Erzählbares zu übersetzen.

Inmitten der vier Länder befindet sich ein Strudel, in den sich diese vier einströmenden Meere münden, die den Norden teilen. Und das Wasser rauscht herum und sinkt in die Erde, als würde man es durch einen Filtertrichter gießen. Er ist auf jeder Seite des Pols vier Grad breit, das heißt insgesamt acht Grad. Nur dass direkt unter dem Pol ein nackter Felsen mitten im Meer liegt. Sein Umfang beträgt fast 33 französische Meilen, und es besteht alles aus magnetischem Stein

(Auszug aus einem Brief von Gerardus Mercator)

CB: Gibt es ein bestimmtes Reiseziel oder ist der Weg das Ziel?

BETTA: (lacht) Wahrscheinlich ist der Weg das Ziel, aber das ist eben auch der Punkt, der mich inspiriert hat: Woher weiß ich denn wohin ich will, was mir gefällt, was ich begehre? Und wodurch sind diese Dinge geprägt? Das ist schließlich auch eine Frage von Sozialisation, gesellschaftlichen Verhältnissen und ganz persönlichen biografischen Gegebenheiten. Egal wie wir jedoch davon ausgehend leben und handeln, wir erleben und handeln alle mit und durch unseren Körper. Und damit steht unsere Körperlichkeit in ganz enger Verbindung zu unseren Vorstellungen von der Welt, zu dem was wir glauben, was wir für möglich halten und zu dem was uns limitiert – letztendlich also zu den Geschichten, die wir erzählen und leben. Ich habe in den Jahren, in denen ich angefangen habe mich mehr mit meinem Körper zu beschäftigen, gemerkt, dass es darin total viel zu erkunden gibt. Dass es auch Vieles gibt, was ich eigentlich selbst nicht über mich und meinen physischen Körper weiß oder was ich auch einfach übergehe. Dabei ist es sehr wichtig mich diesbezüglich besser kennenzulernen und zu spüren, denn im Grunde bin ich ja durch meinen Körper in der Welt – durch ihn kreiere ich, gebe ich Sachen nach außen und stehe in Kommunikation mit allen anderen. Gleichzeitig bildet er auch das Tor zu meinem Innenleben und dem Ort, an dem ich das, was von außen reinkommt, ordne, sortiere und zu sinnhaften Vorstellungen und inneren Bildern verarbeite. Es ist ein Wechselspiel zwischen Innen und Außen, zwischen mir und meiner Umwelt – der Körper ist die Schnittstelle. In meiner Arbeit geht es mir darum, dieses Verhältnis zu erforschen.

CB: Die Form von Rupes Nigra ist ja auch wie ein Puzzlespiel angelegt, wie einzelne Teile oder Wegstrecken, die gemeinsam eine Gesamtheit ergeben. Vielleicht kannst du dazu noch mal etwas sagen?

BETTA: Ja, gerne. Es gibt einen simplen grundlegenden Score, der ganz am Anfang steht und als Karte daherkommt. Die anderen Scores sind als Hefte angelegt, welche man auseinanderfalten und auf verschiedene Art und Weise an den Grundscore und aneinander puzzeln kann. Es gibt Linien und Wege zu verfolgen und auf jedem Heft mögliche Anschlüsse, jedoch keine festgelegte Abfolge. Diese Form der Gestaltung ist zum einen ein Spiegel der Art und Weise, wie ich die Arbeit in ihrer Ausführung aufgebaut habe. Man beginnt mit dem Grundscore und schließt dann einen oder mehrere weitere an. Die Übungen sind dabei im Grunde in ihrer Reihenfolge austauschbar und kombinierbar. Zum anderen findet sich in der Gestaltung auch mein Gefühl des Erforschens von Genuss als etwas Bewegliches wieder. Wenn ich meinem Genuss folge, folge ich einem Faden, einer Route durch meinen Körper. Das ist auch ein Bewegen ins Ungewisse und in den Moment – ich kann nicht wissen, wo ich lande. Trotzdem kann ich einzelne Teile des Weges wählen, mich für den nächsten Schritt entscheiden und darauf vertrauen, dass es mich von dort aus weiterführt.

Der spielerische Wechsel von Innerlichkeit zu Entäußerung

CB: Das Wechselspiel von innen und außen nimmt in Deiner Arbeit ganz unterschiedliche Formen an und drückt sich in der Kreativität und in Körperübungen aus. Könntest Du mehr darüber berichten?

BETTA: Grundsätzlich arbeite ich viel mit automatischem Schreiben und Zeichnen im Anschluss an Bewegung, also einfach möglichst wertfrei abbilden was kommt, ohne auf Sinn, Regeln oder Ästhetik zu achten. Auch hier geht es darum Impulsen zu folgen und zu schauen, wohin sie führen. Ich glaube, dass sich dadurch Abdrücke des Erlebten oder dessen, was sich noch weiter im Inneren bewegt, formen. Manchmal gestaltet es sich schwierig, einen Zugang zum Fühlen, zum Körper zu finden und wirklich zu verstehen, was in mir vorgeht. Ich glaube, dass automatisches Zeichnen und Schreiben dazu beitragen können, das, was wir erleben, anders abzubilden und besser zu verstehen oder auch zu vermitteln, was passiert. Die automatischen Bewegungen bringen mich dazu den Dingen eine Form zu zuweisen. Die Überführung in ein anderes Medium erlaubt es mir somit auch, eine andere Perspektive einzunehmen. Ich kann einen Text oder ein Bild von außen betrachten, wiederkehrende Muster leichter erkennen und von hier aus weiter damit arbeiten und zum Beispiel einzelne Teile genauer betrachten oder auch zu anderen in Bezug setzen.

Unabhängigkeit von Konsumangeboten durch Körperbewusstsein

CB: Du schreibst im Begleitheft Deiner Arbeit, es gehe Dir um das politische Potential des körperlichen Genusses, einem Genuss, der dem Kapitalismus entgegenstünde.

BETTA: Naja, die politische Komponente sehe ich vor allem darin, dass der Bezug zum Genuss uns direkt mit dem Körper verbindet und uns ganz nah an unsere ursprünglichen Bedürfnisse, Wünsche und Verlangen führt. Es geht dabei nicht um den schnellen Konsum, sondern eher darum eine Ebene tiefer zu schauen – was steht eigentlich hinter unseren Bedürfnissen und dem, was wir aktuell begehren. Tiefer Genuss und Freude können uns wahnsinnig beflügeln und inspirieren etwas mit unserem Leben anzufangen, zu schauen, was uns eigentlich wirklich wichtig ist und wie wir gerne leben möchten. Auf diese Weise werden wir auch unabhängiger von Konsumangeboten und können uns im besten Fall freier entscheiden auch völlig neue Wege zu gehen. Das, was ich als genussvoll empfinde, geht oft nicht mit dem einher, was gesellschaftlich von mir verlangt wird. Mein eigener Rhythmus, Bedürfnisse nach Pausen oder abwechslungsreiche Tätigkeiten gehen mit der vorherrschenden kapitalistischen Arbeitsethik oft nicht zusammen. Ich würde sagen, dass viele Dinge im Kapitalismus sogar nur funktionieren, solange wir unsere eigenen körperlichen Bedürfnisse übergehen, um dann an anderer Stelle durch Konsum auszugleichen was uns fehlt. Es geht also darum zunächst dahin zurückzukehren, wirklich zu fühlen, was ich eigentlich brauche und begehre und von dort aus dann weiter zu schauen, welche Wege ich dafür gehen möchte. Das ist nicht so einfach und braucht auch viel Vertrauen, denn man stößt einfach ganz schnell an Hürden, die sehr real sind, zum Beispiel wenn es um die Frage nach einem geeigneten Beruf und finanzielle Absicherung geht.

„Unvollständiges Experiment“

CB: Du beschreibst Deine Arbeit als ein „unvollständiges Experiment“. Wie fordert Dich dieses Experiment selbst immer wieder heraus?

BETTA:  Ich habe ja schon erwähnt, dass es mir nicht in jedem Fall leicht gefallen ist, einen Zugang zu meinem Genuss zu finden und manchmal sind auch unerwartete Dinge passiert. Zum Beispiel ist es vorgekommen, dass ich dachte, ich sei müde und dann habe ich im Laufe der Übungen festgestellt, dass ich gar nicht müde bin, sondern eigentlich wütend. Außerdem war es auch herausfordernd durch die Arbeit feinfühliger zu werden. Das ist zunächst einmal gut, aber gleichzeitig lebe ich auch in einer großen Stadt mit vielen Reizen, die nicht immer angenehm sind und die ich dann natürlich auch stärker wahrnehme. Darin liegt natürlich auch Motivation Dinge zu verändern, aber erst mal muss ich damit umgehen wie es ist.

CB: Man gewinnt also sehr stark an Körpergefühl und Wahrnehmungsschärfe durch die Übungen?

BETTA: Ja, es geht aber eigentlich nicht nur ums Körpergefühl, sondern auch darum ins Innere zu blicken und das meine ich auch ganz visuell in dem Sinne, die inneren Bilder wahrnehmen zu lernen.

CB: Wahrscheinlich muss man das Ganze erst mal richtig verinnerlicht haben?

BETTA: Es ist wie bei einer Meditation. Es gibt einen gehaltenen Rahmen zum Üben, in dem ich mit der Zeit durch eine regelmäßige Praxis nach und nach etwas aufbaue. Die eigentliche Aufgabe besteht dann darin das Ganze in den Alltag zu übertragen. Wenn ich meine Sinne schärfe und übe mich zu fokussieren, verstehe ich auch in anderen Situationen die Signale meines Körpers leichter und bekomme mit, was in mir vorgeht.

CB: Siehst Du im Genuss auch eine religiöse oder spirituelle Dimension?

BETTA: Wie auch immer, im Kern steht ja schon so etwas wie die Frage danach, was ein gutes oder richtiges Leben ausmacht, welche Werte und Vorstellungen dazu gehören und welche eben nicht, im Raum. Diese Suche nach Orientierung hat für mich schon auch Parallelen zu religiösen Lebensentwürfen oder einer spirituellen Suche.

Kabbalistischer Einfluss

CB: Diese Achtsamkeit, die sich auf innere Bilder richtet, sei mitunter von der jüdischen Kabbala beeinflusst, hast Du mir erzählt. Inwiefern ist sie das?

BETTA: Ich lerne seit fast drei Jahren am Institute for Dreaming and Imagery bei Bonnie Buckner. mit Sitz in Frankreich. Die Kurse finden überwiegend online statt. Es handelt sich dabei um eine Schule, die sich darauf konzentriert mit Träumen und inneren Bildern zu arbeiten. Diese Praktiken werden schon sehr lange weitergereicht und entwickelt. Vor allem Colette Aboulker-Muscat hat die Form der Traumarbeit, die ich lerne, stark geprägt. Sie war Philosophin, Psychologin, Schriftstellerin und Anhängerin der Kabbala, einer mystischen Tradition des Jugentums. Alboulker-Muscat hat lange in Jerusalem gelebt und sich intensiv damit auseinandergesetzt, wie innere Bilder und Träume funktionieren und inwiefern man mit ihnen arbeiten kann. Kennengelernt habe ich die Arbeit aber tatsächlich übers Tanzen – die Künstlerin Anna Nowicka arbeitet auch in ihrer kreativen Arbeit viel mit den Techniken der Schule.

Meditationsretreat

CB: Wir haben eben bereits darüber gesprochen: In Rupes Nigra geht es ums Fühlen, Träumen, Genießen, um Tanz, intuitives Schreiben und Zeichnen – alles Tätigkeiten, die uns aus dem Alltag erheben können. Hat dies für Dich eine religiöse oder spirituelle Bedeutung? An einer Stelle in Deinem Heft schreibst Du davon, dass die Übungen wie ein Meditationsretreat aufgebaut sind.

BETTA: Genau, das habe ich auch vorhin schon mal gesagt, dass der meditative Anteil darin eigentlich auch aus der Wiederholung oder der fortlaufenden Praxis kommt. Zunächst einmal sind die Übungen etwas, was vielleicht nicht so alltäglich ist und mich dazu bringt meine normale Perspektive zu verlassen, zu spielen und etwas anderes auszuprobieren. Gleichzeitig geht es am Ende doch wieder um sehr grundlegende Dinge – den Fokus auf die Sinne und die Empfindungen zu lenken. Man übt, erforscht erprobt etwas in einem gehaltenen Rahmen und integriert es dann weiter in den Alltag. Die außergewöhnliche Erfahrung ergibt sich durch die banale Wiederholung von etwas ganz Simplen. In diesem Sinne ist es vergleichbar mit anderen spirituellen Praktiken.

Mehr Genuss durch weniger Input, Entschleunigung und Pausen

CB: Zu welchen Erkenntnissen bist Du durch Deine Arbeit gelangt?

BETTA: Ich glaube, eine meiner Haupterkenntnisse war, dass ich mehr Pausen brauche und dass weniger oft mehr ist, so banal das auch klingt. Je langsamer ich werde, desto mehr gelingt es mir auch, tatsächlich im Fühlen zu sein und von dort aus lässt sich dann auch wieder Geschwindigkeit aufnehmen. Genießen ist für mich oft mit weniger Input und dafür mehr Fokus verbunden, aber das ist sicherlich auch meine ganz persönliche Erfahrung – auch in Hinblick auf meinen Körper und meine Biografie. Ich denke die Erfahrung von Genuss kann sehr unterschiedlich sein, je nachdem, wie wir aufgestellt sind.

Sensibilität für Natur und Umwelt

CB: Welches Veränderungspotential bzw. welche Kraft der Verwandlung siehst Du in Deiner Arbeit?

BETTA: Das kann ich nicht genau beantworten, aber ich hoffe, dass sie Freude bereitet. Ich glaube, wenn Menschen durch diese Arbeit Momente von Verbundenheit mit sich und ihrer Umwelt finden können, ist das schon sehr viel. Ich würde mir wünschen, dass wir alle insgesamt wieder mehr Verbindung zu unseren Leidenschaften und dem was uns wirklich beflügelt finden. Ich denke darin liegt ein wahnsinniges Potential für Veränderung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse, aber auch für unseren Umgang mit der Umwelt. Grundlegende Bedürfnisse nach sauberer Luft, sauberen Wasser, Erholung und dem Erleben von Natur teilen wir wohl alle. Unsere Umwelt wieder mehr wahrzunehmen und zu merken, hier ist es warm und zu laut, mir fehlt Grün usw. ist der erste Schritt dafür zu sorgen, dass sich was verändert. Meistens wird die Motivation tatsächlich etwas zu unternehmen ja leider erst groß genug, wenn es uns persönlich betrifft oder wir es wirklich wahrnehmen und spüren. Rein aus dem Kopf heraus ist es oft schwierig Dinge nachhaltig zu verändern. Wenn meine Arbeit dazu beiträgt ein paar Menschen für sich und ihre Umwelt zu sensibilisieren und daraus neue Impulse entstehen freue ich mich sehr, egal wie klein oder groß sie auch sein mögen.

CB: Das ist schon ein wunderbares Schlusswort. Gibt es sonst noch etwas, was Du Dir für die Zukunft wünschst?

BETTA: Begegnung, Kreativität und Interaktion. Mehr Menschen zu sehen, die ihre Wünsche erkunden, ihren Leidenschaften nachgehen und sich dabei gegenseitig unterstützen, das wäre schön.

CB: Herzlichen Dank, liebe Betta, dass Du Dir Zeit für das Interview mit mir genommen und viele schöne Fotos zur Verfügung gestellt hast!

Kontakt: betta.eichner@posteo.de  Instagram: betta.eichner

Die im Riso-Druckverfahren handgefertigte Arbeit kann nach eigenem Ermessen für 35-50 Euro  bei Betta Eichler nach Anfrage per E-Mail erworben werden.